Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
auf einer sehr gut besuchten Versammlung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten am Samstag, 21.3.09 in Düsseldorf, gab Herr Dr. Bartels, der als Referent geladen war, die verbindliche Auskunft, dass in der KV Nordrhein im laufenden Jahr die Psychotherapiehonorare gesichert seien. Die genehmigungspflichtigen Leistungen sollen in 2009 sowie ausgehandelt mit 81,02 € bezahlt werden und die nichtgenehmigungspflichtigen Leistungen mit dem Orientierungspunktwert von rund 3,5 Cent. Ebenfalls werde man im Jahr 2009 nicht daran rütteln, dass die Leistungen innerhalb der Kapazitätsgrenzen austauschbar bleiben. Für die Zeit ab dem 1.1.2010 gab er keine Zusagen, wagte nicht einmal eine Prognose.
Dies wurde auch an anderer Stelle, nämlich vom Vorsitzenden der KBV, Herrn Dr. Köhler, auf einer sehr turbulenten Sondervertreterversammlung am Donnerstag den 26.03. 09, in Berlin bestätigt.
Allerdings kündigte er an, ab dem 1.1.2010 sollen auch im Bereich Psychotherapie neue "Mengenbegrenzungsfolterwerkzeuge" (Anmerk.: Wortschöpfung des Unterzeichners) eingeführt werden. Die Vertreter der Psychotherapeuten, u.a. Herr Moors, wiesen diese Überlegungen zurück und machten deutlich, dass der Psychotherapiebereich seit Jahren unterfinanziert ist. Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt immer weiter. Das Morbiditätsrisiko muss auch bei psychischen Erkrankungen von der Kassen getragen werden und nicht von den Ärzten und Psychotherapeuten.
Auf der Vertreterversammlung der KV Nordrhein ging es am Samstag, 28.3.09 ebenfalls sehr turbulent zu. Die KV Nordrhein zählt bekanntlich zu den KV en, wo die bundesweit von der Regierung propagierten Honorarsteigerungen von ca. 3,5 Milliarden EURO bezogen auf das Jahr 2007 (!) nicht ankommen. Der Vorsitzende Herr Dr. Hansen sprach erneut von einer "Mogelpackung" und kündigte an, die KV Nordrhein wolle hier nicht nur weiter gegen angehen (u.a. Bundesratinitiative zur Änderung der sog. Honorarreform), sondern auch durch so genannte Notfallmaßnahmen in 2009 dazu beitragen, dass bei Praxen denen hohe Verluste drohen, diese Verluste zu begrenzen auf, 5% im ersten Quartal, 7,5% im zweiten und bis max 15% im letzten Quartal 2009. Die dazu nötigen Gelder werden teilweise bei den Kassen eingehandelt, zum Großteil aber aus Rückstellungen genommen.
An den geringen Steigerungen bei Psychotherapie soll vorerst nicht gerüttelt werden, hier sind zumindest diesmal keine Verluste zu befürchten. Hier schützt das BSG Urteil, wobei es haarsträubend bleibt, dass eine maximal ausgelastete Psychotherapie Praxis nur maximal das durchschnittliche Einkommen, aufgrund durchschnittlicher Auslastung einer Arztpraxis, welche aus GKV Erlösen (ohne Sonderverträge usw.) erwirtschaftet werden, erreichen darf!
Die Vertreterversammlung in Nordrhein beschloss außerdem mehrheitlich ein Votum gegen die geplante Einführung der eCard.
Die innerärztliche Öffentlichkeit nahm diesmal regen Anteil an der Sitzung der KV No. Rund 100 Gäste bekundeten Ihren Unmut teilweise lautstark. Immer wieder wurden Stimmen laut, das das System abzuschaffen wäre, ohne dass erkennbar wurde, was denn dann käme, außer der " Neuerfindung des Rades". Hierbei prognostizierten auch viele Stimmen, dass dann erst recht ein großer Anteil an Praxisschließungen drohe, da mehr Geld nicht ins System komme und ein Arzt also nur dann mehr verdienen könne, wenn es insgesamt weniger Ärzte gäbe.....
Für BÜNDNIS KJP
Bernhard Moors